Abbrennen auch Abrühren.                                                                    Einen Teig (Brandteig) so lange über mittlerer Hitze rüh­ren, bis er sich als glattes Stück vom Topfboden löst.

Ablöschen
Das Angießen von Flüs­sigkeit (Wein, Wasser, Brühe) nach dem Anbra­ten von Fleisch, Knochen und Gemüse, um die Röststoffe vom Boden des Bratgeschirrs zu lösen. Ideal zur Aroma­anreicherung von Soßen. Hocherhitztes Fett mög­lichst vorher abgießen.

Blanchieren
Kurzzeitiges Eintauchen bzw. Garen in sprudelnd kochendem, meist gesal­zenem Wasser. Dabei wird das Gemüse ins kochende Wasser hinein­geschüttet, je nach Sorte nur einmal kurz aufge­kocht (z.B. Spinat), da­nach in eiskaltem Was­ser (möglichst mit Eis­würfeln) abgeschreckt. Das geschieht, um den Garprozess abrupt zu stoppen und ein Weiter­garen und Ausbleichen zu verhindern. Denn ge­rade in der Neuen Küche ist man bestrebt, Gemü­se auf den Punkt zu garen, das heißt, es soll knackig sein (Biss haben) und seine natürliche Farbe behalten.

Bratenfond
Der entfettete Fleischsaft, der sich beim Braten ge­bildet hat, wird mit einge­kochter Fleischbrühe ab­gelöscht und dann zur Soße weiterverarbeitet.

Brauner Fond
Kleingehackte Kalbskno­chen und -parüren (s. dort), überbrühte Speck­schwarten und Koch­schinkenreste in Öl anbraten. Röstgemüse (s. dort) zugeben. Wenn alles gut gebräunt ist, Fett abgießen, mit Wasser ablöschen. Auf­kochen lassen. Mit kal­tem Wasser auffüllen, zum Kochen bringen und abschäumen. Leicht sal­zen und vier Stunden köcheln lassen. Dabei öfter das Fett von der Oberfläche abschöpfen. Dann eine weitere Stun­de mit Lorbeerblatt, Peter­silienzweigen, Thymian und Knoblauch kochen und dabei gleichzeitig reduzieren. Abseihen.

Dämpfen
Dabei werden die Nah­rungsmittel, vorzugswei­se Gemüse, Kartoffeln oder Fisch, in einem Siebeinsatz über Dampf gegart und kommen mit der Flüssigkeit (Wasser, Wein, Saft oder Brühe) gar nicht in Berührung. Voraussetzung dafür ist ein gut schließender oder ein spezieller Dämpftopf. Während der Dämpfzeit muss immer darauf ge­achtet werden, dass die Flüssigkeit leicht kocht, damit sich Dampf bilden kann. Dämpfeinsätze oder aufstellbare Siebe kann man passend zur Topfgröße kaufen. Am besten geeignet ist ein Dampfdruck- bzw. Schnellkochtopf mit da­zugehörigem Einsatz.

Dünsten
Garen im eigenen Saft oder mit wenig Fett- und Flüssigkeitszugabe im geschlossenen Topf. Man kann Gemüse auch ganz ohne Fett dünsten, indem man es nach dem Waschen tropfnass in den Topf gibt. Diese Art des Dünstens wird häufig wasserarmes Garen ge­nannt. Und wenn man Schalotten oder Zwiebeln in mäßig heißem Fett gla­sig werden lässt, sprich! man vorn Andünsten. Wichtig bei dieser Gar­methode; Mäßige (mitt­lere) Hitze, denn das Gar­gut soll nicht bräunen. Auch in Aluminiumfolie kann man sehr gut dünsten.

Entfetten
Das möglichst vollständi­ge Abschöpfen des Fettes von Soßen, Suppen oder Fonds. Profi-Köche machen das im Hand­umdrehen mit einem Ess-Löffel oder einer Schöpf­kelle. Einfacher geht's mit einem Stück Küchen­papier, das auf die Ober­fläche getupft wird und dabei das Fett aufsaugt. Die beste und perfek­teste Methode: Die Flüs­sigkeit kalt werden las­sen, bis das Fett erstarrt. Als Platte kann es dann einfach abgehoben werden.
                                                                                                       Farce, Füllsel, Füllung
Eine Farce ist eine Masse aus fein gehackten, gemahlenen oder im Mörser zerstoßenen, essbaren Materialien. Das verwendete Grundmaterial ist meist Schlachtfleisch, Wild, Geflügel oder Fisch manchmal auch aus Gemüse, Pilze, Krustentiere usw., die je nach Rezept mit Gewürzen, Kräutern abgeschmeckt und mit Eiern und Sahne oder dicker Sauce gebunden werden.

Eine Farce wird zum Füllen von Terrinen, Pasteten, Fleischteilen, Geflügel, Fisch oder Gemüse verwendet oder man formt aus ihr Klöße als Beilage zu anderen Gerichten oder Suppeneinlagen.

Fischfond
Helles Gemüse (Zwiebel oder Schalotte, das Wei­ße vom Lauch, Petersi­lienwurzel, Sellerie) fein würfeln und in Butter oder, wenn der Fond klar sein soll, in Öl andün­sten. Gräten von Edelseefischen (See­zunge, Steinbutt) mitdünsten. Halb mit trockenem Weißwein, halb mit Was­ser aufgießen. Leicht sal­zen, einige Pfefferkörner, Lorbeerblatt, Gewürz­nelke, etwas Thymian und eine kleine Knob­lauchzehe zugeben. Maximal 30 Minuten köcheln lassen. Bei län­gerer Prozedur wird der Fond rasch leimig im Geschmack. Durch ein Haarsieb und/oder ein Küchentuch abseihen.

Flan
Im Wasserbad gegarte Mischung aus Eiern, Sahne und püriertem Ge­müse. Wird gern als war­me Vorspeise, manchmal auch als Beilage zu Fleischgerichten serviert, In süßer Variante als Nachspeise.


Fenstertest
Knetet man einen Brotteig lange genug aktiviert man das im Mehl enthaltene Klebereiweiß Namens Gluten. Dieses ist für die Standhaftigkeit in unserem Brot verantwortlich und kann je nach Getreidesorte stärker oder schwächer sein. Beim kneten des Teiges wollen wir die optimale Entwicklung des Klebers erreichen und um zu gucken ob diese erreicht ist nimmt man eine kleine Kugel Teig und stretcht diese zwischen seinen Fingern(Fenstertest). Ist das Gluten voll entwickelt kann man den Teig so dünn ziehen das man durchgucken kann ohne das er reißt, ist dies nicht möglich einfach noch was weiter kneten und erneut testen bis das Stadium erreicht wird.


Fond
Wichtigster Soßen­bestandteil. Fonds sind die Basis, das Herzstück der feinen Soßenküche. Wer ambitioniert kocht. braucht fünf verschiede­ne Fonds: den braunen Fond, den hellen Kalbs­fond, den hellen Geflü­gelfond, den Lammfond und den Fischfond. Fonds sind in der Her­stellung oft langwierig, außerdem lohnt sich die Mühe nur, wenn man Fonds auf Vorrat zuberei­tet. Von Vorteil ist, dass sich alle Fonds in Portionsschalchen tieffrieren lassen. Die Fonds, auch Grundsoßen genannt, werden bei offenem Topf gekocht, um Wasser zu verdampfen und dadurch den Geschmack zu in­tensivieren. Wer die Mühe scheut, bekommt in Delikatessenläden oft recht brauchbare Fertig-Fonds.

Frankfurter Grüne Soße
Mayonnaise-Variation, zu der nach alter Überliefe­rung 13 verschiedene Küchen­kräuter benötigt werden — ein halbes Dut­zend sollte es aber min­destens sein (Schnittlauch, Petersilie, Dill, Kresse, Sauerampfer, Borretsch). Die Frankfur­ter Grüne Soße, Goethes Leibspeise, passt am besten zu gekochtem warmem Rindfleisch mit Gemüse und Schwenkkartoffeln.

Frittieren
Gargut schwimmend in heißem Fett ausbacken. Grundsätzlich nur hoch erhitzbares Fett, z.B. But­terschmalz, verwenden.

Geflügelfond
Heller Geflügelfond wird auf die gleiche Weise wie der helle Kalbsfond (s. dort) zubereitet, nur verwendet man wenige Kalbsknochen und er­setzt die übrigen durch Geflügelklein und ein Suppenhuhn.

Geklärte Butter
Selbst zubereitetes But­terschmalz. Dazu schmilzt man Butter bei mäßiger Hitze, bis das Wasser verdampft ist und die Butter nicht mehr schäumt. Das flüssige Fett durch ein Küchen­tuch abseihen, damit die Rückstände aufgefangen werden.

Gelatine
Geschmacklich neutraler Ersatz für natür­liche Gelierstoffe, wie sie etwa in Kalbs- oder Schweine­füßen enthalten sind. Erhältlich als weiße oder rote Blätter sowie als Pul­ver. Die Blätter müssen in kaltem Wasser einge­weicht werden, ehe man sie gut ausgedrückt in die noch warmen Flüs­sigkeiten rührt.

Gelierprobe
Sie wird durchgeführt, um festzustellen, ob eine Sülze oder ein Gelee nach dem Kühlen die ge­wünschte Festigkeit hat. Einen Teelöffel voll Gelierflüssigkeit auf einen klei­nen flachen Teller geben und kühl stellen. Nach wenigen Minuten prüfen, ob zusätzlich noch Gela­tine hinzugefügt werden muss oder nicht.

Glacieren
Das mehrmalige Über­gießen von Braten mit dem eigenen, entfetteten und eingekochten Bratensaft, um dem Fleisch gegen Ende der Bratzeit Glanz und Farbe zu ge­ben. Speisen fürs kalte Büfett (z. B. ganze Fische) werden mit einem redu­zierten Fond (Glace) überzogen, der kurz vor dem Erstarren ist.

Glasieren
Das Überziehen von Backwerk mit Zuckerguss oder Schokolade (Kuver­türe, Glasur), um Aus­sehen und Geschmack zu verbessern.

Heller Kalbsfond
Die gehackten Kalbskno­chen und –parüren in Salzwasser blanchieren. Kalt abspülen und mit kaltem Wasser aufsetzen. Aufkochen lassen, ab­schäumen und salzen. Drei Stunden kochen las­sen, Schaum und Fett ab­schöpfen. Ein Bund Sup­pengrün, Lorbeerblatt, Zwiebel mit Gewürznelke. Thymian, eine Knob­lauchzehe und etwas Weißwein zugeben. Eine Stunde weiter einkochen lassen. Abseihen.

Himbeeressig
Einer der zahlreichen Spezialessige, wie der bekannte Estragon-Essig. Das Himbeeraroma sorgt für eine leicht süßliche, fruchtige Säure- Gut für Wildsoßen und spezielle Salate.

Johannisbeerlikör
Aufgespriteter und einge­dickter Obstwein aus schwarzen Johannis­beeren. Der bekannteste Johannisbeerlikör ist der französische "Creme de Cassis".

Kaninchenfond
Parüren und Knochen vom Kaninchen in Öl anrösten. Drei Schalotten, zwei Stau­denselleriestiele, eine kleine Lauch­stange, einen Petersilienstängel sowie eine Knob­lauchzehe klein schneiden, zugeben und lang­sam weich garen. Zwei Esslöffel Tomatenmark und ein paar Champi­gnonstiele darin Farbe annehmen lassen, Mit zwei Thymianzweigen, einem Ros­marinzweig und einem kleinen Lor­beerblatt würzen, mit einem Viertelliter trocke­nem Weißwein ablö­schen, mit eineinhalb Liter kaltem Wasser auf­füllen, aufkochen lassen und abschäumen. Etwa zwei Stunden köcheln und zur Hälfte einkochen lassen. Abseihen.

Karamelisieren
Bräunen des Zuckers bei Temperaturen ab 160 Grad. Je dunkler der Zucker karamelisiert, desto mehr verändert sich auch seine Süße. Die Zubereitung ist für den Laien nicht ganz ein­fach — man holt sich bei diesen Temperaturen rasch Brandblasen! Be­ste Methode: Zucker mit wenig Wasser aufsetzen. Der Karamelisierungs-Prozess setzt erst ein, wenn die Flüssigkeit ver­dampft ist.

Kardamom
Meist gemahlen ange­botene Samenkörner und -kapseln des indisch-afrikanischen Kardamom-Strauchs. Anhal­tend würzig schmeckend, daher mit Vorsicht zu genießen. Kardamom ist das typische Spekula­tiusgewürz, wird aber auch für feine Teewurst verwendet.

Karkassen
Gräten von Fischen sowie Geflügelgerippe. Seezungen- und Steinbutt-Karkassen sind die ideale Basis für gute Fischfonds.

Kirschwasser
Die nur aus vergorenen Früchten gebrannt wird und einen Alkoholgehalt von 40-45 Prozent hat. An­ders bei „Kirsch­geist". Dem dürfen Zucker und Monopol-Alkohol zuge­setzt werden.

Klären
Das Enttrüben von Flüs­sigkeiten wie beispiels­weise Suppen oder Fonds. Ideales Klärmittel ist Eiweiß, das meist zu­sammen mit der zer­schlagenen Schale und, um den Geschmack zu intensivieren, zusätzlich mit nicht zu klein gehack­tem, eiweißreichem Fleisch zugegeben wird. Beides bleibt mit den ge­bundenen Trübstoffen beim Abseihen durch ein Küchentuch zurück.

Koriander
Orientalische Gewürz­pflanze, deren senfsaat-ähnliche Körner ein an­genehmes Aro­ma von milder Schärfe entfalten. Unerlässlich für eine Rei­he Gerichte der Orient­küche. Beliebt bei uns als Backgewürz und als exotische Note bei Fleischgerichten.

Läuterzucker
Unterschiedlich konzen­trierte Lösung aus Was­ser und Zucker, um Ge­bäckstücke oder Früchte im ganzen zu glasieren. Ein mittlerer Lauterzucker wird aus einem Kilo Zucker und einem hal­ben Liter Wasser zuberei­tet. Diese Mischung wird unter mehrmaligem Ab­schäumen ca. 10 Minuten sirupartig eingekocht.

Lammfond
Lammfond wird wie brau­ner Fond (s. dort) zubereitet, nur ersetzt man die Kalbsknochen durch Lammknochen und -parüren.

Marinade
1. Andere Bezeichnung für das Salatdressing.
2. Beize unterschied­lichster Zusammenset­zung (Wein, Öl, Essig, Spirituosen, Gewürze etc.), um Fleisch mürbe zu machen oder um ihm ein besonderes Aroma zu verleihen. Den Vorgang nennt man marinieren.

Mark
Das Innere bestimmter Kalbs- oder Ochsenkno­chen. Obwohl sehr fett, von vielen als Delikates­se geschätzt, die man zu gekochtem oder gebrate­nem Fleisch als Garnitur serviert. Mark wird wegen seines intensiven Eigen­geschmacks auch als Zutat (Markklößchen) weiterverarbeitet.

Maßangaben
Bei unseren Rezepten werden folgende Maßangaben verwendet:
l             = Liter
ml =       Milliliter
EL =      Esslöffel
TL =      Teelöffel
g =         Gramm
kg =       Kilogramm
Msp  =   Messerspitze
Prise =   die Menge, die sich zwischen zwei Fingerspit­zen fassen lässt.

Richtwerte: Ein normaler Tee- oder Esslöffel enthält, wenn er gestrichen voll ist:
Lebensmittel       EL     TL
Mehl                    8 g     3 g
Speisestärke      10 g     5 g
Zucker               15 g     5 g
Salz                   10 g     5 g
Fett                    15 g     5 g
Öl                      10 g     5 g
Puderzucker        8 g     3 g
                                                                                              Umrechnungstabelle für Flüssigkeiten:
0,1   l = 100 ml
   l = 125 ml
  l = 250 ml
  l = 500 ml
 1     l = 1000 ml
 
Nappieren
Dabei wird ein Gericht mit gerade soviel Soße überzogen, dass es knapp davon bedeckt wird und die Soße nicht vom Teller rinnt.

Parieren
Fachausdruck für das Versäubern von Fleisch, indem man Sehnen, Schwarten, Fett und ausgefaserte Ränder mit einem scharfen Küchen­messer entfernt und das Stück dabei in die ge­wünschte Form bringt.

Parüren
Fleischabfälle, die beim Parieren entstehen und für entsprechende Fonds verwendet werden.

Piment
Auch Nelkenpfeffer, Neu­gewürz. Schmeckt nach Zimt, Gewürznelken und Pfeffer und muss wegen seines hervorstechenden Aromas sparsam dosiert werden. Gut geeignet für Wildgerichte, Kochfisch und Ochsenschwanz­suppe. Unentbehrlich bei der Weihnachtsbäckerei.

Pistazie
Haselnussgroße, länglich zugespitzte Kernfrucht des Pistazienbaums. Ge­würz der orientalischen Küche, aber auch für ein­heimische Wurstwaren, Pasteten und Füllungen. Bei süßen Gerichten oft wie Mandeln verwendet. Vorsicht bei der Lage­rung: Pistazien werden rasch ranzig!

Pochieren
Garziehen in heißer, nicht kochender Flüssigkeit. Diese Garmethode eig­net sich für zartes, emp­findliches Gargut wie Fisch besonders gut. Pochiert wird in leicht ge­salzenem, evtl. mit etwas Zitronensaft aromatisiertem Wasser, Weißwein oder Fruchtsaft. Süßspei­sen können auch in Milch pochiert werden. Nach dem Aufkochen der Flüssigkeit muss die Hitze sofort reduziert wer­den, um ein Fortkochen zu vermeiden. Erst dann legt man das Gargut hin­ein. Bei sehr kurzen Gar­zeiten halt man es mit einer Schaumkelle in die Flüssigkeit.

Portwein
Hochprozentiger Likör­wein aus dem oberen Duoro-Tal in Portugal. Die Spitzensorten erreichen erst nach zirka vierzig Jahren ihre optimale Trinkqualität. Für die feine Küche kommen, je nach Rezept, junge, süße rote Portweine in Frage (Ruby Port, Tawny Port) oder der trockene weiße (White Port).

Röstgemüse
Mischung aus grob ge­würfelten Karotten, Zwie­beln und Sellerieknollen. Röstgemüse wird beim Ansetzen von Fonds zu­sammen mit den Kno­chen und Parüren (s. dort) gebräunt, wobei meist die Zwiebelwürfel als letztes zugegeben werden, weil sie am schnellsten anbrennen.

"Rose"
"Zur Rose abziehen" ist ein Fachausdruck aus der Konditorsprache, mit dem man die Konsistenz einer Creme oder Soße aus Eigelb definiert. Die Probe: Einen Kochlöffel aus Holz in die Soße tauchen, rasch herauszie­hen und leicht anblasen. Ist die Konsistenz gut, soll der Soßenfilm beim Blasen rosettenartig aus­einander laufen und in dieser Form erstarren.

Safran
Orientalisches Gewürz (von Za'fran = arab. gelb) mit süßlich-bitterem Ge­schmack, das wegen sei­nes hochintensiven gel­ben Farbstoffs haupt­sächlich zum Färben von Speisen verwendet wird. Echter Safran ist das teuerste aller Gewürze: für ein Gramm benötigt man ca. 80 Blüten. Aller­dings genügen zum Gelbfärben auch winzige Mengen des Gewürzes.

Sanddornsaft
Stark Vitamin-C-haltiges Getränk aus den gelblich-roten Beeren des weidenverwandten Sand­dorns. In Reformhäusern erhältlich.

Schmankerl
Süddeutsche Bezeich­nung für eine besondere Delikatesse oder einen Leckerbissen.

Schmoren
Garmethode, bei der man das Fleisch (Schmorbraten, Gulasch) zunächst scharf in Fett anbrät, dann Flüssigkeit (Wasser, Brühe, Wein) angießt, den Deckel schließt und das Gericht fertig gart. Das Schmoren, ideal für preiswerte Fleischstücke, ermöglicht einen intensiven Aroma­austausch zwischen Bratkruste, Fleisch und Schmorflüssigkeit.

Schnellkochtopf
Auch Dampfdrucktopf. Luftdicht verschließbarer Spezialtopf zum Garen bei Überdruck und hohen Temperaturen. Dampf­drucktöpfe gibt es in ver­schiedenen Ausführun­gen mit einer oder meh­reren Kochstufen. Zum Schnellkochen, Dämpfen und zum schonenden Garen bei vermindertem Druck für empfindliches Gargut.

Schweinenetz
Fetthaltiges, netzartiges Gewebe des Bauchfells. Natürliches Hilfsmittel, um gefüllte oder gerollte Fleischstücke und wei­che Kloße zusammen und saftig zu halten. Schweinenetz muss man beim Metzger vorbe­stellen.

Schwenken
Dünn geschnittenes Ge­müse oder geschnetzeltes Fleisch wird in einer Pfanne (Sauteuse) bei starker Hitze aber mit wenig Fett unter ständi­gem Schwenken gegart.

Sherry
Wein aus der Region der südspanischen Stadt Jerez. Gilt als feinster Likör­wein der Welt. Sherry ist von blassgelber bis tief­goldener Farbe. In einem komplizierten Kellereiver­fahren werden die besse­ren Sorten über Jahre ausgebaut. In Europa der klassische Aperitifwein. In der feinen Küche kann er Soßen eine besondere Note geben — zum Kochen nimmt man trockenen Sherry.

Sorbet
Köstlich erfrischende Eis­variante, die, außer als Nachspeise, auch gern zwischen den Gängen eines Menüs als Pausen­gang serviert wird. Ent­weder als fruchtig-süßer oder pikant-würziger Appetitmacher. Ein Sorbet soll beim Servieren wie nasser Schnee aussehen und dann langsam zu schmelzen beginnen.

Speisestärke
Bindemittel, meist aus Mais, Kartoffeln oder Reis hergestellt und ge­schmacks­neutral. Es wird vorwiegend zum Andicken von Soßen verwendet. Ist im Rezept nichts anderes angegeben, wird ein Teelöffel Stärke mit etwas kaltem Wasser glatt gerührt und in die Soße gegeben, die dann kurz aufkochen soll.

Spinatmatte
Der aus frischem Spinat gewonnene, intensiv fär­bende grüne Farbstoff. Herstellung: Gesäuber­ten Spinat möglichst fein zerkleinern und in einem Küchentuch durch Zu­sammendrehen auspres­sen. Den Saft bei schwa­cher Hitze, unter ständi­gem Rütteln des Topfes erwärmen, bis die grünen Farbkörperchen an die Oberfläche treten. Durch ein feines Sieb abgießen - die Spinatmatte bleibt dann zurück. Ein ebenso ideales wie natürliches Hilfsmittel, um beispiels­weise selbst gemachte Nudeln grün zu färben.

Sternanis
Gewürz aus den Früch­ten eines fernöstlichen Baums, die sternförmig angeordnet sind. Der ge­mahlene Sternanis hat einen starken Anis-Duft und schmeckt aroma-tisch-süßlich mit einem leicht brennenden Nach­geschmack. Früher Likörgewürz, heute noch un­entbehrlich bei Pfefferku­chen und Pflaumenmus.

Terrine
In feuerfesten Formen im Wasserbad pochierte (siehe dort) Gemüse-, Geflügel- oder Fleisch­farcen. Beliebt als kalte Vorspeise oder als Zwischengericht.

Tomaten abziehen
Den Stielansatz keilför­mig mit einem spitzen Messer herausschnei­den, die Tomaten fünf bis zehn Sekunden in ko­chendes Wasser tau­chen, kalt abschrecken und danach die dünne Haut abziehen.

Tranchieren
Fachausdruck für das Zerlegen (s. dort) und Zerteilen von Fleisch und ganzem Geflügel, um es zu servieren.

Tresterbrand
Klarer Schnaps mit einem Alkoholgehalt bis über 50 Prozent. Ge­brannt aus den Ruck­ständen (Maische), die beim Keltern von Wein entstehen. Bekanntester Tresterbrand ist der italie­nische Grappa.

Vanille
Ist das Mark der Vanille­stange - die Samen­schote einer mittel- und südamerikanischen Orchideenart. Das feinste und lieblichste aller Gewürze. Für Süßspei­sen unentbehrlich. Renommierteste Sorte: Bourbon Vanille.

Wässern
Vorbereitungs-Methode, um bestimmten frischen Produkten unerwünschte oder geschmacklich stö­rende Stoffe zu entzie­hen, wie beispielsweise das Blut, das im Bries enthalten ist.

Wacholderbeeren
Harzig schmeckende, bittersüße Beeren des Wacholderstrauchs. Basis für Wacholder­schnaps. In der reinen Küche sind getrocknete Wacholderbeeren unent­behrlich bei Wildgerich­ten, Marinaden oder im Sauerkraut.

Waldmeister
Auch Maikraut. Stark aro­matische Wald- oder Gartenpflanze. Das klas­sische Würzkraut für die Maibowle.

Wasserbad
Allmähliches Erwärmen einer Flüssigkeit im offe­nen Topf, der im heißen Wasser hängt. Wichtige Zubereitungsmethode für Soßen, Schaumsoßen und Cremes, die als Zu­taten Butter, Eier oder Sahne enthalten und deswegen leicht gerin­nen. In Fachgeschäften gibt es dafür spezielle "Simmertöpfe". Zum Ab­kühlen oder Kaltrühren verwendet man auch ein eiskaltes Wasserbad, dem einige Eiswürfel bei­gegeben werden.

Weiße Kalbsgrund­soße
Eine helle Mehlschwitze wird mit hellem, kräftigen Kalbsfond (siehe dort) aufgegossen, vermischt, 45 Minuten gekocht und dann durch ein Tuch ab­geseiht.

Wermut
Mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen ver­setzter, aufgespriteter Wein mit einem Alkohol­gehalt bis zu 18 Prozent. Klassische Basis für Cocktails. In der feinen Küche, vor allem bei der Soßenzubereitung, wird die trockene Sorte ver­wendet.

Zerlegen
Auch Tranchieren (s. dort) genannt, ist der Fachausdruck für das sachgerechte Zerschnei­den von Geflügel und Fleisch. Bei Geflügel z. B. werden zuerst immer die Keu­len herausgetrennt, indem man mit einem sehr scharfen Messer die Haut an der Innenseite der Keule einschneidet, dann das Gelenk durch­trennt und die Keule vorn Körper löst. Ebenso wer­den die Flügel herausge­schnitten. Dann wird das Fleisch von beiden Sei­ten des Brustknochens abgelöst und in breite Streifen (Tranchen) ge­schnitten. Man kann das Geflügel auch mit einer Geflügelschere entlang des Brustbeins halbieren.

Zestenreißer
Zurück zum InhaltsverzeichnisKüchengerät, mit dem Profi-Köche die Schalen von Zitronen oder Oran­gen in feinen Streifen ab­ziehen (-reißen).
                                                                         


Diese Rezeptsammlung entstand aus den Rezepten der Kochkurse von Sandro Pietrobelli insbesondere aus den Männerkochkursen, aber auch andern (4-Länder-Kochen, festliches Kochen usw.), veranstaltet vom Katholischen Bildungswerk in Leverkusen Mit großer Genialität hat er uns nicht nur das 1x1 des Kochens gelehrt, sondern auch das Beherrschen von Pannen. Jedes Missgeschick konnte korrigiert werden (genauer: fast jedes. Wenn man die Creme brulle statt mit Zucker mit Salz zubereitet, gibt es halt keine Rettung mehr).

Die Fotos stammen von Günter Metz und Wilfried Feiler.

Ich habe die Rezepte in den Computer eingegeben und die Texte etwas überarbeitet.

Sollten Fragen zu den Rezepten sein, wenden Sie sich bitte direkt an Sandro:

sandro@selbstgekochtes.de

 
Fallen Ihnen Fehler auf, teilen Sie sie bitte mir mit:

wdkott@web.de

 
Viel Spaß beim Kochen!

 
Wolfgang Ott